Historische Eichenallee in Gefahr

Liebe Naturfreundinnen und -freunde,

im Rahmen unserer Unternehmerveranstaltung im Februar machte unsere Vereinsvorsitzende Anke Jenssen auf eine drohende ökologische und kulturelle Katastrophe aufmerksam:

Sehr viele alte Alleebäume, zur Zeit 61, davon derzeit 10 ca. 200jährige Stieleichen des Oderbruchs entlang der B167 zwischen Gusow und Seelow sollen gefällt werden – für eine fragwürdige Straßenverbreiterung und Kurvenbegradigung. Das Landesamt für Bauen und Verkehr spricht der Baumaßnahme ein öffentliches Interesse aus Gründen der Verkehrssicherheit zu.

Diese lebenden „Natur“ – Denkmäler haben nicht nur unser Landschaftsbild geprägt – sie inspirierten einst sogar Theodor Fontane zu seinem Werk “Vor dem Sturm”. Nun droht ihnen ab dem 1. Oktober 2025 die endgültige Zerstörung.

Was ist passiert?

Am 9. Juli 2025 wurde der Planfeststellungsbeschluss durch den Brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen veröffentlicht. Eine Anfechtung ist nur noch im Rahmen eines Klageverfahrens möglich.

Der BUND hat eine solche Klage bereits fristgerecht eingereicht. Zentrale Kritikpunkte neben vielen anderen Mängeln sind:

  • Missachtung des gesetzlichen Alleeschutzes durch die Planfeststellungsbehörde
  • Fehlen eines Baumgutachtens
  • Widersprüchliche Aussagen zum Zustand der Allee zwischen Landesbetrieb und Landesamt für Umwelt
  • Keine vollständige Prüfung milderer Mittel
  • Fehlen einer gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung

Jetzt ist Ihre Stimme gefragt!

Um politischen Druck aufzubauen, wurde eine Online-Petition an den Brandenburger Verkehrsminister Detlef Tabbert gestartet – mit bereits über 4.000 Unterzeichnern.

👉 Unterzeichnen Sie jetzt:
Online-Petition zum Schutz der Eichenallee https://weact.campact.de/petitions/gusower-eichen-entlang-der-b-167-retten      

👉 Unterstützen Sie die Klage mit einer Spende:
Spendenaktion für den BUND betterplace.org/p157685     

Wir vom Haus der Naturpflege e.V. stehen klar an der Seite des BUND und aller Bürgerinnen und Bürger, die für den Erhalt unserer Natur- und Kulturlandschaften einstehen. Die Klage haben wir bisher nach besten Kräften fachlich unterstützt. Viele Freunde von NABU und BUND sowie ca. 300 Menschen, die sich spontan zu einer Initiativgruppe zusammengeschlossen haben, sind aktiv dabei, ebenso die kommunalen Vertreter der Region. Bitte helfen auch Sie mit, denn was einmal gefällt ist, wächst nicht so schnell nach.

Der Eilantrag ist inzwischen beim OVG Berlin- Brandenburg fristgerecht und begründet eingereicht. Dazu hat der BUND einen Fachanwalt beauftragt. Ohne Anwalt ist diese Klage beim OVG nicht zulässig. Hierdurch entstehen natürlich hohe Kosten, die wir alle gerne tragen wollen. Eine Gerichtsentscheidung wird auch für die Zukunft in Brandenburg und darüber hinaus klären, ob eine Landesstraßenbehörde sich weiterhin so radikal über andere Fachgesetze hinwegsetzen darf. Daher ist der Klageweg an dieser Stelle für den Naturschutz von außerordentlicher Bedeutung.

Im ersten Schritt wird eine Summe von ca. 10.000 € benötigt, alles weitere hängt dann von der Reaktion der Straßenbehörde ab.

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung, jeder Euro hilft die Bäume zu retten!

Baumschutz ist praktischer Klimaschutz!

Mit einem herzlichen Dankeschön und freundlichen Grüßen aus dem Haus der Naturpflege in Bad Freienwalde,

Ihre Anke Jenssen und Katrin Bosse